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19-09-15 lautes Schweigen

Autor: caspar 15.09.2019

Und er [Jesus] gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr er's ihnen aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Markus 7,36

Also, wollte Jesus jetzt, dass es sich verbreitete, oder nicht? War die Anordnung, nichts zu sagen, vielleicht eine List? Also gar nicht ernst gemeint? Das wäre natürlich die einfachste Erklärung, nach dem Motto: „Wenn du willst, dass es schnell rumgeht, dann füge den Satz an: ‚Aber sag es nicht weiter!'" Wir alle kennen die Person in der Gemeinde oder im Dorf, der wir das „Geheimnis" anvertrauen müssen, wenn wir maximale Verbreitung erzielen wollen. Die Bibelwissenschaft beißt sich an diesem „Geheimnismotiv" seit über hundert Jahren die Zähne aus. Es ist besonders im Markusevangelium auffällig. Hier in Kapitel 7 hat Jesus gerade einen Taubstummen geheilt, den er „aus der Menge" genommen hatte. Nun habe ich sicherlich nicht die Lösung zu dieser die Neutestamentler den gesunden Schlaf kostenden Rätselnuss zu bieten. Ich will aber meinen Beitrag leisten: Jesus hat eine Mission. Diese Mission heißt nicht: viele Wunder tun und berühmt werden. Sie heißt schlicht: so vielen Menschen wie möglich helfen. Markus schildert uns Jesus als jemanden, der konsequent auf den Menschen zugeht, wie hier. Nicht als einen, der auf die erste Seite der BILD-Zeitung will. Und noch mehr: Ich glaube, wir haben ein völlig falsches Bild von Jesus, wenn wir denken, dass ihm immer alles gelungen ist. Es gab Menschen, die ihm nicht Folge leisteten (der reiche Jüngling); auch seine Bitte um ein anderes Ende wurde nicht erhört. Und hier klappt es ebenfalls nicht so, wie er will, wenn er die Leute bittet, nicht sensationslüstern das neueste Wunder zu „twittern". Manchmal half das, manchmal nicht. So kämpft sich Jesus durch seinen Dienst bis ans Ende und erst im Nachhinein erfahren wir (aus dem Mund eines römischen Hauptmanns unter dem Kreuz), dass er der Messias ist. Der Text sagt mir aber auch etwas Persönliches, Aktuelles, trotz aller Liebe zum freimütigen Bekennen des Glaubens an Jesus: Manchmal sollte ich auf Jesus hören und einfach den Mund halten. Mission und Seelsorge (die zusammengehören) funktionieren nicht durch permanentes Reden, sondern auch durch beredtes Schweigen. Es ist der Heilige Geist, der uns die Weisheit gibt, heute zu unterscheiden, wann Reden dran ist und wann Schweigen. Denn gutes Schweigen kann ganz schön laut sein. Dennis Meier


© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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