.

Nicht nur geduldet, sondern geliebt

Autor: kola 15.02.2026

leere Straße in einer Kleinen Stadt

Verweigert den Ausländern und Waisen vor Gericht nicht ihr Recht! Einer Witwe dürft ihr nicht den Mantel als Pfand wegnehmen. Denkt daran, dass ihr früher Sklaven der Ägypter wart und der Herr, euer Gott, euch aus ihrer Hand befreit hat. Deshalb gebe ich euch diese Gebote. 5. Mose 24,17-18 (Hoffnung für alle)

„Sie werden sich hier schnell einleben, Herr Chiriac. Und seien Sie ganz beruhigt: Die meisten Mieter sind Deutsche.“ Mit diesen Worten wurde ich beim Einzug in die neue Wohnung willkommen geheißen. Von dem griechisch klingenden Nachnamen, den ich meinem rumänischen Vater verdanke, ließ sich mein Nachbar nicht irritieren.

Auch unter bekennenden Christen hört man fremdenfeindliche Äußerungen. Hier nur ein Beispiel: In einer neu gegründeten Kirchengemeinde schwärmte jemand vom Glück, im Gottesdienst lediglich Deutsche anzutreffen. Gottes frohe Botschaft gilt zwar allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern (siehe Offb 14,6) - aber bei Gebet und Gotteslob bleibt so mancher lieber unter Landsleuten. Offensichtlich hat das eingangs erwähnte Bibelwort nicht an Aktualität verloren. Ausländern auf Augenhöhe zu begegnen ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Noch immer bedürfen wir der Aufforderung, ihre Rechte zu achten und ihnen nicht weniger zuzugestehen, als wir uns selbst vom Leben erhoffen.

Bemerkenswerterweise wird der Fremde in einem Atemzug mit Waisen und Witwen genannt. Das tun die Autoren des Alten Testaments 18-mal! Daraus wird deutlich: Migranten gehören zu den schutzbedürftigsten Mitgliedern der Gesellschaft.

Doch Toleranz und juristische Lösungen sind Gott noch zu wenig. So ermahnte er die Hebräer: „Unterdrückt die Fremden nicht, die bei euch leben, sondern behandelt sie wie euresgleichen. Liebt sie wie euch selbst.“ (3 Mo 19,33-34 Hfa)

Wer diesem Ruf heute folgen will, hat dazu viele Möglichkeiten! Es wäre doch ein guter Anfang, Menschen mit Migrationshintergrund unsere empörten Kommentare, skeptischen Blicke und missgünstigen Gedanken zukünftig zu ersparen. Schließlich lesen wir: „Auch ihr wart Knechte; auch ihr wart Fremde.“ Als Christen glauben wir, dass dies auf alle Menschen zutrifft. Jeder benötigt die Gunst Gottes, der in Christus diese Kluft überwunden hat.

Rinaldo G. Chiriac

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung 

Die hier wiedergegebene Andacht ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.

Powered by Papoo 2016
1159747 Besucher