Wenn die Welt ins Wanken gerät: Gottes Reich bleibt für immer
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Aber in den Tagen der Herrschaft dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich errichten, das für alle Ewigkeit Bestand hat.
Daniel 2,44 (Neues Leben Bibel)
Veränderte Kräfteverhältnisse auf der Welt stellen uns vor große Herausforderungen. Der vollzogene Brexit hat Europa schockiert und gezeigt, dass uns mangelnde Kompromissbereitschaft, etwa in der Flüchtlingspolitik, und Blockaden zurückwerfen. So wird der innere Zusammenhalt der europäischen Länder immer wichtiger.
Was der bedeutende Theologe Karl Barth vor mehr als 70 Jahren schrieb, ist höchst erstaunlich: „In der heutigen Situation scheinen viele Zeichen darauf hinzuweisen, daß Europa seine einstige politische und kulturelle und glaubensmäßige Zentralstellung in der Welt verloren hat […] Europa war einmal [...], begründet durch die Antike und das Christentum, eine große lebenskräftige leuchtende Einheit der Politik, der Kultur und des Glaubens [...] Wo ist die europäische Initiative […] hingekommen? Wir sind ein Bereich geworden, über den heute entscheidend von außen bestimmt wird [...]“ (Theologische Existenz heute, Nr. 1/1946, S. 11 ff.)
Deutliche und mahnende Worte von Karl Barth – sie klingen wie eben erst verfasst. Europa hat tatsächlich an Bedeutung für die Welt eingebüßt. Wir sind mittendrin und uns wird bewusst: Europäische Werte zu leben ist beileibe kein Selbstläufer. Das hehre Ziel „Freiheit, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit ohne Binnengrenzen“ muss vermittelt und gelebt werden. Um die Einheit in Europa muss immer wieder gerungen werden, auch ganz praktisch in den Alltagsbezügen.
Wir leben in einer spannenden Zeit. Einst blühende Weltreiche sind untergegangen, heute erleben wir eine Machterosion und einen schleichenden Werteverfall. Die Deutung von Daniels Prophezeiung ist klar: Christus wird wiederkommen und alle menschlichen Reiche beenden. Gigantisch, was Gott im sechsten Jahrhundert v. Chr. voraussagen ließ! Aber noch sind wir hier. Wer auf den wiederkommenden Christus hofft, wird sich nicht fatalistisch zurücklehnen, sondern sich wie einst der Hebräer Daniel mit seinen Mitmenschen solidarisieren.
Bei der Verständigung auf die europäischen Grundwerte, ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander, sind wir alle gefragt, auch wenn und während wir auf Christus warten.
Reiner Dürsch
© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung
Die hier wiedergegebene Andacht ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.
