
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu. 1. Korinther 13,4–5
Als ich noch ein Kind war, fuhren mein Vater und ich gern mit dem Rad. Dabei saß ich auf einem kleinen Sitz auf der Mittelstange des Fahrrads und hielt mich am Lenker fest. Meine Puppenfamilie saß in einem kleinen, von meinem Vater gebauten Holzsitz vor dem Lenker. So fuhren wir oft zu zweit durch die Natur, besuchten schöne Orte und beobachteten Tiere im Wald oder auf einem See. Eines Nachmittags waren wir bereits auf dem Heimweg, als mir auffiel, dass von dem Puppenvater ein Bein fehlte. Mein Vater drehte ohne zu zögern um und wir fuhren die Strecke ab. Er wusste, wie viel mir meine Puppen bedeuteten. Wir fuhren erst wieder Richtung unseres Zuhauses, als wir das Bein gefunden hatten. Ich bedeutete ihm so viel, dass er mich nicht unglücklich sehen wollte. So war es immer. Mein mich liebender Vater war immer für mich da, vermittelte mir ein Gefühl von Geborgenheit und versuchte mich vor gefährlichen Situationen zu beschützen.